Das illegale Glücksspiel wird im Strafgesetzbuch unter § 284 definiert.
Im Grunde handelt es sich beim Glücksspiel um eine Tätigkeit, bei der Vermögenswerte gesetzt werden. Der Ausgang des Spiels basiert dabei weniger auf dem Können der Spieler, sondern wird vielmehr vom Zufall entschieden.
Die eigene Aufmerksamkeit, Kenntnisse oder Fähigkeiten spielen also in dieser Hinsicht keine Rolle. Die Veranstalter müssen staatlich zugelassen werden, denn andernfalls machen sie sich strafbar (Quelle).
Regelmäßige Durchsuchungen von Casinos sollen dabei helfen, illegales Glücksspiel aufzudecken.
Hat der Staat das illegale Glücksspiel im Griff?
Während die lizenzierten Anbieter durchaus seriös arbeiten und unter staatlicher Kontrolle stehen, weitet sich im Untergrund das illegale Glücksspiel aus.
Das Problem ist zum einen die Nähe zum organisierten Verbrechen. Zum anderen sind die hohen Einsatz- und Gewinnbeträge sowie das schnellere Abrutschen in eine Sucht oder in die Beschaffungskriminalität kritisch.
Hinzu kommt, dass viele Experten das Problem der Spielsucht vorwiegend mit privaten Spielhallen sowie illegalen Angeboten in Verbindung bringen. Um das zu unterbinden, muss die Regierung das illegale Glücksspiel eindämmen und gesundheitliche Aufklärung betreiben.
Welche Vorteile bietet eine gesetzliche Glücksspiel-Regelung?
In Deutschland besitzt der Staat ein sogenanntes Glücksspielmonopol.
Das heißt, er kontrolliert das Glücksspiel und verfügt über das gesamte Aufkommen. Die Bundesländer sind hierbei für die Kontrolle und Regulierung zuständig.
Das Monopol am Glücksspiel ist aus mehreren Gründen notwendig:
- Spiele werden kontrolliert und staatlich gelenkt. Dadurch soll ein größeres Aufkommen von Spielsucht und illegaler Glücksspielangebote vermieden werden.
- Der Staat nimmt Geld in Form von Vergnügungs-, Umsatz- sowie Gewerbesteuer ein. Die Summe beträgt mehrere Milliarden Euro durchs Glücksspiel!
- Das Monopol soll eine eindeutige Gesetzeslage gewährleisten.
Sicherheit der Spieler beim Glücksspiel
Die Sicherheit der Spieler ist bei der staatlichen Kontrolle des Glücksspiels durch die Bundesländer ebenfalls sehr wichtig. Es geht nicht nur um einen gesundheitlichen Schutz. Es geht vielmehr darum, dass sich Spieler nicht versehentlich strafbar machen, indem sie an illegalen Angeboten teilnehmen.
Kontrolliert wird auch die geistige Verfassung der Spieler. Bei Spielbanken ist häufig eine Beratung möglich, falls diese in die Sucht abrutschen.
Kontrolle und Prävention von Glücksspielsucht
Das Thema Prävention ist beim Glücksspiel enorm wichtig. Der Staat trägt die Verantwortung, pathologisches Spielen bestmöglich und bereits im Vorfeld einzudämmen.
Das geht nur durch eine ganzheitliche Kontrolle. Außerdem muss er ein ausreichendes Beratungsangebot sicherstellen.
Doch hier zeigt sich das eigentliche Problem, um illegales Glücksspiel zu vermeiden.
Experten sind der Meinung, dass diese Mechanismen aktuell nicht ausreichen, um die Spieler wirklich zu schützen, Glücksspiel zu überprüfen und im Vorfeld bereits gefährliche Entwicklungen zu vermeiden.
Ein weiteres Mittel der Prävention ist der Glücksspielstaatsvertrag, der am dem 01. Juli 2012 in Deutschland in Kraft getreten ist. Die Regelung wurde zwischen den einzelnen Bundesländern (ausgenommen Schleswig-Holstein) beschlossen.
Das Gesetz soll innerhalb der Bundesrepublik verhindern, dass Spielsucht und illegales Glücksspiel überhandnehmen.
Zu den Maßnahmen des Vertrages gehören neben einer behördlichen Erlaubnis etwa strengere Ausweiskontrollen zum Schutz von vorbelasteten oder minderjährigen Spielern.
Das Problem dabei ist:
Jene, die in den offiziellen Hallen und Casinos abgewiesen werden, wenden sich eher an illegale oder halblegale Spielangebote, um ihrer Leidenschaft weiterhin nachzukommen.
Für die großen Spielbanken bedeutet das wiederum Einbußen, da viele Spieler inzwischen andere Angebote wahrnehmen.
Illegales Glücksspiel in Deutschland – wie verbreitet ist es?
Geldwäsche ist ein großes Problem der Spielautomaten, da deren Umsatz nur schwer zu errechnen ist.
Gründe für illegales Glücksspiel
Geldwäsche durch Spielautomaten
Immer wieder kommt es zu Razzien aufgrund illegaler Spielautomaten. Einer der Gründe dafür ist die einfache Möglichkeit zur Geldwäsche. So wird etwa selbst bei kleinen monatlichen Gewinnen stets ein erheblich höherer Umsatz angegeben.
Das Geld muss zwar versteuert werden. Allerdings ist es im Anschluss als legal verdiente Einnahme im Umlauf.
Und das, obwohl es eigentlich durch illegale Aktionen, wie beispielsweise Waffen- oder Menschenhandel erwirtschaftet wurde. Die lückenlose Kontrolle dieser Automaten, die überall in Städten vorhanden sind, ist nahezu unmöglich.
Das Problem: In die Automaten kann den ganzen Tag Geld hineingeworfen werden. Keiner kann nachvollziehen, woher es stammt. Manipulation, Betrug und Geldwäsche sind bei diese Automaten nicht eindeutig zu beweisen. Es sind demnach nicht nur die Spieler, die diese Automaten nutzen, sondern auch das organisierte Verbrechen.
Um dem entgegenzuwirken, könnte man Eintrittsgelder für Etablissements mit Spielautomaten verlangen, die zu dokumentieren sind. Die Besucherzahl würden dann im Vergleich zum Umsatz errechnet. Das Waschen von Schwarzgeld wird schwierig.
Die Onlineangebote sind ebenfalls zum Geldwaschen geeignet. Durch Prepaidkarten können die Pokerkonten aufgeladen werden.
Diese Karten, die es an Tankstellen oder Supermärkten zu kaufen gibt, machen es schwer nachzuvollziehen, woher das Geld stammt. Aus diesem Grund wurde der Glücksspielstaatsvertrag 2019 an Online-Glücksspiel-Angebote angepasst.
Der Einsatz hoher Geldbeträge, etwa beim Poker, bergen ein hohes Risiko, sich zu verschulden.
„No-Limit“ beim Kartenspiel
Ein weiterer Grund für die Verbreitung des illegalen Glücksspiels sind die No-Limit-Regelungen, die teilweise praktiziert werden. Im Fernsehen werden bei Pokerturnieren Unsummen in den Ring geworfen.
Hobbyspieler, die über ein hohes Budget verfügen, nehmen sich die Profis als Vorbild und erhoffen sich dadurch das große Geld, das zudem nicht zu versteuern ist, da es aus illegaler Quelle stammt.
Auf diese Weise ist es möglich, sich mit einem erfolgreichen Spiel erheblich zu bereichern. Dass der Spieler das Geld bar auf die Hand bekommt, verschafft letztlich einen zusätzlichen Reiz.
Andererseits besteht das viel größere Risiko, in die Sucht abzurutschen, sein Vermögen zu verspielen oder dem Veranstalter etwas schuldig zu sein.
Da die Spieler in der Lage sind, unendlich hohe Beträge zu setzen, sind andere Mitbieter häufig gezwungen, ihr gesamtes Erspartes zu setzen, praktisch „All-In“ zu gehen. Dann kann es vorkommen, dass binnen kürzester Zeit die gesamten Rücklagen aufgebraucht sind und der Spieler sich verschuldet.
Doch gerade dieser Nervenkitzel und die Aussicht auf hohe Gewinne sind es, die das No-Limit Spiel so beliebt und auch so gefährlich machen.
Razzien sollen dem illegalen Glücksspiel Einhalt gebieten.
Die Hilflosigkeit der Justiz bei illegalem Glücksspiel
Bisweilen ist die Justiz hilflos, wenn es um die Kontrolle des Glücksspiels geht. Im Staatsvertrag zum Glücksspielwesen steht zwar, dass das Ziel sei, den Spielbetrieb in geordnete Bahnen zu lenken. Allerdings verlieren die Verantwortlichen immer mehr die Kontrolle.
Das beweist ein Beispiel im Bereich der Sportwetten. Über einen langen Zeitraum hatten die Länder eine Monopolstellung, indem sie lediglich eine Firma für diese Wetten zuließen. Allerdings hat sich dieses staatliche Mittel nicht als wirksam bewahrheitet, denn es entwickelte sich ein reger Schwarzmarkt.
Eine sinnvolle Definition des Glücksspiels entpuppt sich als weiteres Problem für die Justiz. Gerade beim Kartenspiel ist die Abgrenzung zwischen Glücksspiel, Gewinnspiel und Unterhaltungsspiel teilweise fließend.
Im Falle von Poker ist hingegen mehr als nur der Zufall von Bedeutung. Wissen und Geschicklichkeit tragen auch zum Erfolg bei. So handelt es sich bei einigen Angeboten um eine Mischform, die es der Justiz schwer machen, zu differenzieren und entsprechende Anbieter zu kontrollieren.
Die kleine Pokalrunde zu Hause – Illegales Glücksspiel?
Drei Regeln für das legale Glücksspiel zu Hause.
Grundsätzlich ist es nicht verboten, in eigenen Wohnungen auch um echtes Geld, etwa beim Poker, zu spielen. Dabei gibt es einige Regeln, die zu beachten sind.
- Regel: Es darf keinen Buy-In im Sinne eines „Cash-Games“ geben.
Das bedeutet, das Spiel muss in Turnierform stattfinden. Jeder Spieler bezahlt im Vorfeld einen fixen Betrag, der nicht weiter aufgestockt werden darf.
- Regel: Das Spiel darf nur in privaten Räumen ausgetragen werden.
Die Runden dürfen also nicht öffentlich stattfinden. Hier müssen Hobbyspieler vorsichtig sein: Sobald eine geladene Person einen Bekannten mitbringt, der seinerseits niemanden der im Raum befindlichen Spieler kennt, wird die Runde als öffentlich deklariert. Das aber ist wiederum verboten.
- Regel: Die Pokerrunde sollte keine Regelmäßigkeit aufweisen, also nur zufällig hin und wieder stattfinden.
Welche Gefahren birgt das illegale Glücksspiel?
Das Spielen in einem lizensierten Casino ist sicherer, zumal sich der Spieler nicht strafbar macht.
- Es gibt keinen Spielerschutz
Gerade bei Spielhallen ohne Lizenz und bei unerlaubten Veranstaltungen wissen die Spieler gar nicht, dass sie sich gerade mit illegalem Glücksspiel vergnügen. Problematisch ist, dass diese Menschen denken, dass die öffentlichen Angebote legal seien.
Oftmals sind sie dies aber nicht, wie eine Studie zeigt, die rund 900 Spielstätten in Nordrhein-Westfalen, Hamburg und Berlin kontrollierte.
Bis zu 21 Prozent dieser Betriebe bereicherten sich mit Hilfe von illegalen Spielen. Bei vielen weiteren war nicht sicher nachweisbar, in welcher Form diese Tätigkeiten betrieben wurden.
- Es gibt kein Einsatzlimit
Studien haben festgestellt, dass gerade das ausbleibende Einsatzlimit erhebliche Auswirkungen auf das Spielverhalten haben kann. Spieler werden risikobereiter, wenn sie in der Lage sind, sich immer wieder mit neuem Geld einzukaufen, sofern ein großer Gewinn lockt.
Viele unterschätzen zusätzlich den richtigen Limitaufstieg. Gerade bei hohen Summen ist Erfahrung und Selbstkontrolle gefragt, über die viele Spieler nicht verfügen.
Damit einher geht natürlich, gerade im Falle des pathologischen Spielens, das „Verzocken“ aller wertvollen persönlichen Gegenstände. Glücksspiel ohne Einsatzlimit kann also schnell dazu führen, dass Objekte von Wert, sei es eine Uhr oder ein Smartphone, verloren werden.
Rechtliche Konsequenzen des illegalen Glücksspiels
Drei Schutzmechanismen, die Anbieter nachweisen müssen.
Für Anbieter
Um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein, müssen die Anbieter von Glücksspiel über eine staatliche Glücksspiellizenz verfügen. Dazu zählt auch der Online Glücksspiel-Markt.
Der Deutschlandfunk berichtet jedoch, dass europaweit die meisten Anbieter keine Lizenz haben.
Durch den illegalen Weg müssen sie keine Überprüfung der Schutzmechanismen wie etwa Identitätsnachweis, Altersnachweis sowie Mehrfachkonten bereitstellen. In diesem Falle findet der Glücksspielvertrag keine Anwendung und der Spieler läuft Gefahr, alles zu verzocken und sich strafbar zu machen.
Demnach steht laut § 284 StGB das Veranstalten sowie das Halten von öffentlichen Glücksspielen unter Strafe, wenn die Anbieter über keine Konzession verfügen.
Wird ein illegales Glücksspiel enttarnt, so drohen dem Veranstalter laut Strafgesetzbuch bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe. Findet dies sogar in einem gewerblichen Rahmen statt, so beläuft sich im schlimmsten Fall die Strafe auf bis zu fünf Jahre. Entscheidend beeinflusst wird das Strafmaß von der Regelmäßigkeit, sofern diese nachgewiesen werden kann, sowie vom monetären Einsatz.
Für Spieler
Hier sieht die Situation schon etwas anders aus. Zunächst muss dem Spieler nachgewiesen werden, dass er an dieser Pokerrunde teilnimmt und dass ihm bewusst ist, tatsächlich um Geld zu spielen. Ist dies der Fall, so droht ihm eine Freiheitsstrafe von bis zu sechs Monaten.
Auch in dieser Situation wird das Strafmaß vom Einsatz und von der Regelmäßigkeit beeinflusst. Geldstrafen sind ebenfalls möglich. Diese war zu entrichten, da der Anbieter über keine gültige deutsche Konzession verfügte.
Sowohl illegalen Glücksspiel-Anbietern als auch den Spielern selbst droht bei Verstoß eine Freiheitsstrafe.
Fazit – Hat der Staat das illegale Glücksspiel noch im Griff?
Fakt ist, dass es sehr viele Grauzonen gibt, die es dem Staat nicht einfach machen, den deutschen Glücksspielmarkt angemessen zu kontrollieren.
Besonders bis zum neuen Glücksspielstaatsvertrag gab es große Lücken im Gesetz. Die machten es der Polizei schwer, richtig durchzugreifen.
Inzwischen hat sich die Lage jedoch gebessert. Seither können regelmäßig Razzien durchgeführt werden, um die illegalen Aktivitäten einzugrenzen. Dennoch bleibt die Geldwäsche ein großes Problem. Hier hat sich bisher noch kein Mittel gefunden, um das Aufkommen einzudämmen.
Nichtsdestotrotz ist permanente Kontrolle in allen deutschen Städten erforderlich, um auch das Aufkommen organisierter Kriminalität einzudämmen. Dabei spielen nicht nur die Offline- sondern ebenfalls die Online-Glücksspiel-Angebote eine wichtige Rolle. Das illegale Online-Glücksspiel ist im Grunde noch riskanter.
Das anonyme und bequeme Spielen von zu Hause lockt viele Betroffene in die Online-Casinos. Des Weiteren sind die illegalen Online-Angebote im Internet häufig günstiger. Das verleitet viele Spieler dazu, die Online-Spiele wahrzunehmen.
Aufgrund des hohen Aufkommens hat der Staat das Problem des illegalen Glücksspiels bisher noch nicht im Griff. Er ist sich dessen jedoch bewusst und feiert durch gezielte Razzien immer wieder Erfolge gegen dieses organisierte Verbrechen.
Neben Spielautomaten unterliegen auch Online-Casinos, Lotto oder Sportwetten der staatlichen Kontrolle in Deutschland